Relotius: Die Fragen die man eigentlich stellen müsste

Scheidende Geister

Seit der Fall Claas Relotius bekannt wurde, beobachte ich in der Berichterstattung darüber eine Konzentration auf die kleinen und großen Fälschungen und Lügen des Herrn Relotius. Der Blick auf das große Ganze wird damit verstellt.

Man arbeitet sich an einer Liste ab, kritisiert den Faktencheck des Spiegel und fertig. Der Spiegel selbst deckt lächerliche Fehler wie die Tatsache auf, dass ein Footballspieler ein Verteidiger und nicht – wie von Relotius behauptet – ein Quarterback sei.

Um ehrlich zu sein, halte ich das für den journalistischen Standardfall und nicht für eine Besonderheit von Claas Relotius. Wenn in der Berichterstattung über Colin Kaepernick ein passendes Statement eines anderen Spielers benötigt wird um die Geschichte rund zu machen – welcher Journalist interessiert sich für die Position dieses Spielers?

Die erste Frage, die man eigentlich stellen müsste:

Wenn man auf dieser Genauigkeitsstufe alle Reportagen aller Medien der letzten Jahre durchsuchen würde – wie viele…

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